30 Jahre Indoorspielplatz-Bau: Was vor dem ersten Plan wirklich zählt
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2026 feiern wir 30 Jahre im Bau von Indoorspielplätzen, Trampolinparks und Family Entertainment Centers. Drei Jahrzehnte, in denen Trends kamen und gingen und sich manche Wahrheiten als zeitlos erwiesen haben.
Eine davon lautet: Der Erfolg eines Projekts entscheidet sich lange bevor der erste Plan gezeichnet wird.
Wir haben mit unserem CEO Martin Schuster über die Fragen gesprochen, die wir nach 30 Jahren immer noch als allererstes stellen, über typische Stolpersteine und darüber, was sich am Markt fundamental verändert hat.
Was wir klären, bevor wir anfangen zu planen
Nach 30 Jahren im Geschäft – welche Fragen stellst du jedem Interessenten zuerst?
"Drei Dinge klären wir, bevor wir überhaupt ans Planen denken: die Zielgruppe, den verfügbaren Platz mit Budget und das Betreuungskonzept.
Die Zielgruppe ist der wichtigste Faktor überhaupt. Welches Alter soll angesprochen werden? Eine Spielstruktur für Kleinkinder funktioniert völlig anders als ein Angebot für Teenagers. Diese eine Entscheidung beeinflusst alles: die Geräteauswahl, die Raumhöhe, die Sicherheitsabstände, die Farbwelt. Wer das am Anfang nicht klärt, plant ins Leere.
Dann schauen wir uns gemeinsam den verfügbaren Platz an und sprechen offen über das Budget. Nicht um jemanden zu erschrecken – sondern weil diese beiden Faktoren bestimmen, was realistisch möglich ist. Es bringt niemandem etwas, ein Konzept zu entwickeln, das am Ende nicht finanzierbar ist.
Und schließlich: Wird der Indoorpark betreut, teilbetreut oder gar nicht betreut? Das klingt auf den ersten Blick nach einer Personalfrage. Ist es aber nicht. Diese Entscheidung prägt die komplette Anlage, von der Wegeführung bis zur Geräteauswahl. Erst wenn wir diese drei Punkte kennen, beginnen wir mit der eigentlichen Planung."
Was unterschätzen Gründer:innen am häufigsten, wenn sie zu euch kommen?
"Zwei Dinge werden fast immer unterschätzt: der Platzbedarf und die Wirkung eines wirklich durchdachten Konzepts.
Was ein schlüssiger Indoorspielplatz an Raum beansprucht, überrascht viele. Die Dimensionen der Geräte werden kleiner eingeschätzt, als sie sind. Die nötige Raumhöhe ebenfalls. Was auf dem Papier kompakt aussieht, braucht in der Realität deutlich mehr Platz. Das ist kein Fehler, das ist schlicht Erfahrung, die man sich erst holen muss.
Was das Investitionsvolumen betrifft, hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Früher kamen viele Interessent:innen mit echtem Staunen zu uns. Die Summe, die ein guter Indoorspielplatz kostet, war für viele eine Überraschung. Das ist heute anders. Die meisten haben ein realistischeres Gespür dafür, was es braucht, um etwas gut einzurichten. Das zeigt, dass die Branche insgesamt professioneller geworden ist.
Und dann gibt es noch etwas, das erst im Betrieb sichtbar wird und das deshalb am Anfang so gerne unterschätzt wird: Ein gut durchdachter Indoorspielplatz hat einen messbaren Effekt auf Verweildauer und Wiederkehr. Wer das von Anfang an ernst nimmt und mehr Aufmerksamkeit ins Konzept investiert als ursprünglich geplant, merkt das später im laufenden Betrieb. Es ist eines der dankbarsten Themen überhaupt, weil der Aufwand früh, die Wirkung aber lange anhält."
Welche Konzepte haben sich in 30 Jahren als besonders tragfähig erwiesen?
"Das lässt sich nicht pauschal beantworten und das ist eigentlich die wichtigste Antwort. Ein Hotelbetrieb ist mit einem Stand-Alone Family Entertainment Center nicht zu vergleichen. Nicht konzeptionell, und auch nicht platztechnisch.
Ein FEC muss eine bestimmte Größe und ein entsprechendes Investitionsniveau erreichen, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Es muss hier und heute funktionieren, Besucher:innen in ausreichender Zahl anziehen und die typischen Besuchszyklen bedienen. Ein Hotel funktioniert völlig anders: Die Gäste sind ein bis zwei Wochen da und teilen sich ihre Aktivitäten über den Aufenthalt verteilt ein. Das bedeutet weniger Fläche, aber ein ganz anderes Nutzungskonzept.
Was viele erst in den letzten Jahren auf dem Radar haben: Jugendliche. Es gibt in vielen Märkten bereits ein gutes Angebot für Kinder bis zwölf Jahre. Aber für Teens fehlt es oft noch. Wer diese Zielgruppe richtig anspricht und ein passendes Angebot baut, findet dort echtes Potenzial.
Ein Blick auf die Marktentwicklung: Trampolinparks waren vor einigen Jahren ein ausgesprochener Hype. Was zu massivem Wachstum führte, aber auch zu einer ebenso schnellen Marktsättigung. Klassische Indoorspielplätze haben sich langsamer und organischer entwickelt. Keine Höhenflüge, aber auch nicht diese plötzliche Sättigung.
Unsere klare Empfehlung heute: Mischkonzepte. Kein reiner Trampolinpark, sondern durchdachte Kombinationen, die als echter USP funktionieren und sich langfristig tragen."
Wo siehst du den größten Unterschied zwischen privaten Gründer:innen und professionellen Investor:innen?
"Das ist ganz klar das Thema Kapital und Proof of Concept.
Startups müssen Eigenkapital aufstellen, einen überzeugenden Businessplan entwickeln, die Bankfinanzierung sichern. Das ist ein langer Weg, eine Realität, die man kennen sollte. Etablierte Betreiber:innen mit mehreren Standorten können Bilanzen vorlegen, haben gelebte Konzepte und eine Erfolgsgeschichte. Investitionen laufen da einfacher.
Für ein Startup gibt es zu Beginn einen entscheidenden Moment: Besucher:innen kommen aus Neugier. Die entscheidende Frage ist, ob sie wiederkommen. Diese Chance hat man einmal. Wer da nicht liefert, kämpft danach bergauf.
Was sich am Markt stark verändert hat ist, dass es vor 25 Jahren kaum Indoorpark-Ketten in dem Sinne gab, wie wir sie heute kennen. In den letzten zehn Jahren haben sich professionelle Ketten mit erheblichem Kapital gebildet, besonders im Trampolinbereich. Die Konsolidierung lief häufig über den Zukauf erfolgreicher Stand-Alone-Parks: Wer gut dastand, bekam ein attraktives Angebot und wurde in die Kette integriert. Im klassischen Play-Business hingegen sind es nach wie vor viele individuelle Betreiber:innen, die ihre eigenen Konzepte verfolgen. Das bleibt vorerst so."
Was 30 Jahre Erfahrung für Ihr Projekt bedeuten
Es gibt kein Standardrezept für einen erfolgreichen Indoorspielplatz. Aber es gibt Erfolgsfaktoren, die sich unserer Erfahrung nach immer wieder bewähren und Stolpersteine, die wir Ihnen helfen zu umgehen.
Platzbedarf, Raumhöhe, Besucherströme, Sicherheitsabstände: Was auf dem Papier funktioniert, braucht in der Realität oft andere Lösungen. Diese Lösungen haben wir entwickelt, erprobt und optimiert.
Wir haben Trends kommen und gehen sehen und wissen, was kurzfristig glänzt und was langfristig trägt. Diese Marktkenntnis fließt in jedes Konzept ein.
Wir denken vom Betrieb her. Eine Anlage muss wirtschaftlich funktionieren, Gäste begeistern und im Alltag händelbar sein. Wartung, Personal, Durchlaufzeiten. Das berücksichtigen wir von Anfang an.
Manche Interessent:innen kommen mit konkreten Vorstellungen, andere sind noch am Anfang ihrer Überlegungen. Beide nehmen wir gerne mit auf die Reise – mit der Expertise aus 30 Jahren, und dem Blick fürs Wesentliche.
30 Jahre Erfahrung lassen sich nicht in einen Artikel packen. Aber sie stehen bereit für Ihr Projekt.
Sie planen einen Indoorspielplatz oder ein Family Entertainment Center?
Lassen Sie uns sprechen – bevor der erste Plan gezeichnet wird.
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